Beiträge zum Stichwort ‘ Nationale Diskurse ’

Interview: 1 Jahr NS-Zeitungen an deutschen Kiosken

23. Dezember 2009 | Von | Kategorie: Politik & Gesellschaft

Erschienen im DISS-Journal Nr. 18 (2009). Das Heft als pdf-Datei.

Darf man das? Seit der britische Verleger Peter McGee unter dem Titel “Zeitungszeugen” in Deutschland Reprints von Zeitungen aus der Zeit des Nationalsozialismus verkauft, ist eine neue Debatte über den Umgang mit NS-Quellen entbrannt. Nach einem knappen Jahr voller Auseinandersetzungen, mehreren Gerichtsprozessen, und über 40 veröffentlichten Ausgaben ist es Zeit für ein erstes Fazit. Der Dortmunder Medienwissenschaftler Prof. Dr. Horst Pöttker ist wissenschaftlicher Berater des Zeitungszeugen-Projekts. Im DISS-Journal spricht er über publizistische Verantwortung, über das Verhältnis von Wissenschaftlichkeit und Kommerz und über die Frage, ob man NS-Geschichte „erlebbar“ machen sollte. Das Interview führte Rolf van Raden.



“Völkischer Beobachter” wieder am Kiosk erhältlich

28. Januar 2009 | Von | Kategorie: Politik & Gesellschaft

Zeitgeistzeugen. Erschienen in bsz Nr. 773.

ZuschauerInnen des Privatfernsehens haben die „Zeitungszeugen“ durch den donnernden Werbespot mit der tiefen Männerstimme kennengelernt. Jetzt kommt Publizität für das Projekt ganz kostenlos: Die bayrische Landesregierung lässt die Ausgaben, denen ein Nachdruck des „Völkischen Beobachters“ beiliegt, beschlagnahmen. An dem Zeitungsprojekt beteiligt sind auch der emeritierte Bochumer Historiker Hans Mommsen und der Dortmunder Journalistik-Professor Horst Pöttker. Trotz der Aufregung um die Konfiszierung der Ausgaben fehlt bisher eine Debatte über die fragwürdige historische Perspektive der „Zeitungszeugen“-HerausgeberInnen.



Kolumne: Robot statt Ballack!

11. Juni 2008 | Von | Kategorie: Politik & Gesellschaft

Oh nein, es ist so weit: Das UEFA-Turnier im Herrenfußball, landläufig als „Europameisterschaft“ verklärt, hat begonnen. Welche Peinlichkeiten erwarten uns dieses Mal? Zu gut erinnere ich mich an den 4. Juli 2006, als das DFB-Team im Halbfinale des FIFA-Herrenturniers gegen die Auswahl des italienischen Verbands verlor. Der deutsche Mob bildete sich ein, dass „Deutschland“ gegen „Italien“ verloren hatte. Er zog „Nie-wieder-Piiiizaaaa“-grölend vom Public Viewing im Ruhr-Stadion zurück in die Innenstadt und trat dabei gegen Fensterscheiben von italienischen Restaurants. Eine grün-weiß-rot gekleidete junge Frau stand verschreckt in der Eingangstür: Sie sei mit Zigarettenstummeln und Steinen beworfen worden, berichtete sie.



Erdrückt von Osteuropa?

31. Januar 2006 | Von | Kategorie: Politik & Gesellschaft

Nach Hartz IV befürchtet der DGB für das Jahr 2006 weiteres Unheil auf dem Arbeitsmarkt. Der Grund ist die geplante EU-Dienstleistungsrichtline. »Nach den unkontrolliert wuchernden 1-Euro-Jobs muss für Arbeitnehmer mit einem bislang nicht gekannten Lohn- und Sozialdumping gerechnet werden«, beschreibt der DGB-Vorsitzende der Region Ruhr-Mark Michael Hermund die erwarteten Folgen.

Die Dienstleistungsrichtlinie sieht vor, dass alle Arten von Dienstleistungen in Deutschland von ausländischen Unternehmen erbracht werden dürfen. Dabei müssen nicht die arbeits- und sozialrechtlichen Standards des Ziellandes beachtet werden, sondern die des Herkunftslandes. Das DGB-Horrorszenario: »So könnte eine estnische Briefkastenfirma in Deutschland Personal anheuern und nach estnischen Bedingungen arbeiten und bezahlen lassen.«



Was bleibt vom „wilden Streik“

27. Oktober 2004 | Von | Kategorie: Politik & Gesellschaft

Gewerkschaft und General Motors in einem Boot, erschienen in bsz 640.

In Bochum war sechs Tage lang Wirklichkeit, was ArbeitgeberInnen in Deutschland schon lange fordern – gefreut haben sie sich darüber nicht.



Standort: Vor Tor 1

20. Oktober 2004 | Von | Kategorie: Politik & Gesellschaft

In der Opel-Krise steht ganz Bochum zusammen – aber gegen wen? Erschienen in bsz 639.

Seit General Motors am vergangenen Donnerstag in einem Atemzug einen Quartalsgewinn von 440 Mio. Dollar und die kurzfristige Streichung von 10.000 Arbeitsplätzen bei Opel verkündet hat, befindet sich Bochum im Ausnahmezustand. Alleine 4100 Stellen sollen in den Stadtteilen Laer und und Langendreer wegfallen. Während in anderen Opel-Werken die Produktion weiter lief, hatte sich die Bochumer Belegschaft zu einem mutigen Schritt entschieden. Die Arbeit wurde spontan niedergelegt, auch wenn kein regulärer Streik ausgerufen werden konnte. Das Ziel der Proteste: Es darf zu zu keinen Kündigungen kommen.