Beiträge zum Stichwort ‘ Kritische Geschichte ’

Ruhrgebiet: Keine Metropole. Jürgen Link über Kultur und Widerstand

10. Juni 2010 | Von | Kategorie: Politik & Gesellschaft
Jürgen Link, geb. 1940, lehrte 25 Jahre als Professor für Literaturwissenschaft in Bochum und Dortmund. Seine Normalismustheorie gilt als eine der zentralen Weiterentwicklungen der Diskursanalyse im Anschluss an Michel Foucault. Link engagierte sich sowohl in Paris als auch im Ruhrgebiet in der 68er-Bewegung. Er ist Herausgeber der Zeitschrift „KultuRRevolution“ und Romanautor. Am 15. Juni kehrt er an die Ruhr-Uni zurück, und zwar für eine Doppellesung unter dem Motto „Kulturhauptstadt auf eigene Faust“. Die bsz sprach mit Jürgen Link über das Ruhrgebiet, die Kultur und den Widerstand.

Das Ruhrgebiet soll eine Metropole werden, und die Kulturhauptstadt Ruhr.2010 ist ein Vehikel dafür. Das Jahr 2010 ist jetzt zur Hälfte vorbei – ist dieses großangelegte Projekt gerade dabei zu scheitern?



Interview: 1 Jahr NS-Zeitungen an deutschen Kiosken

23. Dezember 2009 | Von | Kategorie: Politik & Gesellschaft

Erschienen im DISS-Journal Nr. 18 (2009). Das Heft als pdf-Datei.

Darf man das? Seit der britische Verleger Peter McGee unter dem Titel “Zeitungszeugen” in Deutschland Reprints von Zeitungen aus der Zeit des Nationalsozialismus verkauft, ist eine neue Debatte über den Umgang mit NS-Quellen entbrannt. Nach einem knappen Jahr voller Auseinandersetzungen, mehreren Gerichtsprozessen, und über 40 veröffentlichten Ausgaben ist es Zeit für ein erstes Fazit. Der Dortmunder Medienwissenschaftler Prof. Dr. Horst Pöttker ist wissenschaftlicher Berater des Zeitungszeugen-Projekts. Im DISS-Journal spricht er über publizistische Verantwortung, über das Verhältnis von Wissenschaftlichkeit und Kommerz und über die Frage, ob man NS-Geschichte „erlebbar“ machen sollte. Das Interview führte Rolf van Raden.



Amok-Diskurse: Deutungshoheit über das Unerklärbare

22. Dezember 2009 | Von | Kategorie: Politik & Gesellschaft

Erschienen im DISS-Journal Nr. 18 (2009). Das Heft als pdf-Datei.

„Familien gegen Killerspiele“ – unter diesem Motto wollte das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden im Oktober 2009 Computerspiele einsammeln und anschließend vernichten. Das Angebot wurde zwar kaum angenommen, sicherte jedoch bundesweite Aufmerksamkeit für das Anliegen der Elterninitiative: Die gesellschaftliche Ächtung von so genannten Killerspielen. Das Verbot von Spielen, die das Töten von Menschen realitätsnah simulieren, ist ebenfalls eine von 83 Empfehlungen des vom Land Baden-Württemberg eingesetzten Expertenkreises Amok – und wahrscheinlich die in der Öffentlichkeit am meisten diskutierte. Welche politisch-sozialen Konsequenzen nach einer Gewalttat gefordert werden, das ist die eine Sache. Die andere ist, wer sich aus welcher Position heraus zum Thema äußert. Geht es um eine Bewertung der längerfristigen gesellschaftlichen Folgen von Amok-Debatten, sollte beides im Blickfeld stehen.



“Völkischer Beobachter” wieder am Kiosk erhältlich

28. Januar 2009 | Von | Kategorie: Politik & Gesellschaft

Zeitgeistzeugen. Erschienen in bsz Nr. 773.

ZuschauerInnen des Privatfernsehens haben die „Zeitungszeugen“ durch den donnernden Werbespot mit der tiefen Männerstimme kennengelernt. Jetzt kommt Publizität für das Projekt ganz kostenlos: Die bayrische Landesregierung lässt die Ausgaben, denen ein Nachdruck des „Völkischen Beobachters“ beiliegt, beschlagnahmen. An dem Zeitungsprojekt beteiligt sind auch der emeritierte Bochumer Historiker Hans Mommsen und der Dortmunder Journalistik-Professor Horst Pöttker. Trotz der Aufregung um die Konfiszierung der Ausgaben fehlt bisher eine Debatte über die fragwürdige historische Perspektive der „Zeitungszeugen“-HerausgeberInnen.



Zwischen Vorwurf und Vergessen – Die Volksfront als politische Konzeption

3. Mai 2008 | Von | Kategorie: Politik & Gesellschaft

Ein Beitrag auf rote-ruhr-uni.com.



Alt, älter, am jüngsten

6. Juli 2005 | Von | Kategorie: Hochschule

666 Ausgaben und kein bisschen müde. Erschienen in bsz 666, 06.07.05

Am 15. Februar 1967 erblickt sie das Licht der Welt: Die „Bochumer Studenten Zeitung“. Als der AStA zwei Jahre nach der Gründung der Ruhr-Universität das griffige Kürzel bsz erfindet, ahnt noch niemand, was daraus einmal werden würde: Die älteste kontinuierlich erscheinende Studierendenzeitung in Deutschland. Wir zeichnen die spannende Geschichte der bisher 76 bsz-semester in fünf Schlaglichtern nach.



„Judenproblem“ oder „Nachwortproblem“?

12. November 2004 | Von | Kategorie: Kultur, Politik & Gesellschaft

Notizen zum Nachwort in Gustav Freytags „Soll und Haben“, Manuscriptum Verlag, Waltrop und Leipzig 2002.

Es ist der Fluch und Segen zugleich von Nachworten in Leseausgaben der sogenannten ernsten Literatur, dass in ihnen Literaturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler versuchen, auf wenigen Seiten in einfachen Worten das zusammenzufassen, was ihrer Meinung nach zum Verständnis und zur Würdigung des Werkes auch dem unbedarften Publikum vermittelt werden sollte. Dass Zusammenhänge dabei häufig verkürzt werden und Interpretationen zuweilen kritisch hinterfragt werden müssen, liegt in der Natur jener publizistischen Form. Bei dem Nachwort zu der derzeit einzigen im Buchandel greifbaren Ausgabe von Gustav Freytags Roman „Soll und Haben“ treten jedoch andere Merkmale hinzu, die zwar in der Rezeptionsgeschichte des Romans keineswegs ungewöhnlich sind, bei einer Neuherausgabe im Jahr 2002 jedoch überraschen und unangenehm auffallen.