Beiträge zum Stichwort ‘ Biopolitik ’

Amok-Diskurse: Deutungshoheit über das Unerklärbare

22. Dezember 2009 | Von | Kategorie: Politik & Gesellschaft

Erschienen im DISS-Journal Nr. 18 (2009). Das Heft als pdf-Datei.

„Familien gegen Killerspiele“ – unter diesem Motto wollte das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden im Oktober 2009 Computerspiele einsammeln und anschließend vernichten. Das Angebot wurde zwar kaum angenommen, sicherte jedoch bundesweite Aufmerksamkeit für das Anliegen der Elterninitiative: Die gesellschaftliche Ächtung von so genannten Killerspielen. Das Verbot von Spielen, die das Töten von Menschen realitätsnah simulieren, ist ebenfalls eine von 83 Empfehlungen des vom Land Baden-Württemberg eingesetzten Expertenkreises Amok – und wahrscheinlich die in der Öffentlichkeit am meisten diskutierte. Welche politisch-sozialen Konsequenzen nach einer Gewalttat gefordert werden, das ist die eine Sache. Die andere ist, wer sich aus welcher Position heraus zum Thema äußert. Geht es um eine Bewertung der längerfristigen gesellschaftlichen Folgen von Amok-Debatten, sollte beides im Blickfeld stehen.



GfM veröffentlicht Abstracts zu “Was wissen Medien?”

3. März 2009 | Von | Kategorie: Hochschule

Die Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) hat die Extended Abstracts ihrer Jahrestagung “Was wissen Medien?” online gestellt. Die Veranstaltung fand vom 2. bis 4. Oktober 2008 an der Ruhr-Universität Bochum statt. Alle Abstracts finden sich hier. Unter anderem dabei ist auch mein Beitrag zum Panel “Der Verdacht der Medien”: “Medium und Massenmord. Der Fall Ernst Wagner“.



Ludwig Staudenmaier: Die Magie als experimentelle Naturwissenschaft

3. Februar 2003 | Von | Kategorie: Kultur

1. Magie: Paranoia oder Wissenschaft

Bevor Ludwig Staudenmaier, Professor für Experimentalchemie, 1918 selbst per wissenschaftlicher Diagnose als paranoid stigmatisiert wurde, versuchte er 1912 die Magie vom Odium des Okkultismus und Spiritismus, also von dem Vorwurf der Paranoia oder der Scharlatanerie zu befreien, indem er in seiner Schrift: „Die Magie als experimentelle Naturwissenschaft“(1) den gleichen Schritt nachzuahmen suchte, den Lavoisier geleistet hatte, als er aus der Alchemie die Chemie machte. Magie, Geistersehen, Tischerücken: Allesamt Phänomene, die vermittels experimenteller Erforschung rationalisiert und in den wissenschaftlichen Kanon gerückt werden sollen.