Alle Beiträge dieses Autors

„Öffentlichkeit entsteht, wenn der Konsens zusammenbricht“ – Silke Wagner über politische Kunst und Repression

17. Juni 2011 | Von | Kategorie: Kultur

Als Künstlerin arbeitet Silke Wagner zu sozialen, politischen und ökologischen Themen. Oft in Kooperation mit gesellschaftlichen Initiativen vor Ort initiiert sie Aktionen jenseits der traditionellen künstlerischen Medien und Aktionsfelder. Dabei geriet sie wiederholt in Konflikt mit den Behörden und der Justiz. Für das DISS-Journal sprach Rolf van Raden mit der engagierten Künstlerin.

Das Interview erschien im DISS-Journal 21/2011. Das gesamte Heft gibt es hier als pdf-Datei zum Download.



Rezension: Diskurs und Kriminalität

23. Juni 2010 | Von | Kategorie: Hochschule

Erschienen im DISS-Journal Nr. 19 (2010). Das Heft als pdf-Datei.

Wer über Kriminalität spricht, sollte über Prozesse der Kriminalisierung sprechen – diese konstruktivistische Perspektive machen kritische Kriminologinnen seit dem Ende der 1960er Jahre stark. Dabei stoßen sie nicht immer auf Gegenliebe. Gleichwohl ist die Vorstellung, dass Kriminalität nicht etwa per se existiert, sondern durch ein komplexes Netz von gesellschaftlichen Zuschreibungs- und Aushandlungsprozessen erst entsteht, heute in weiten Teilen der Kriminologie akzeptiert. In Folge dessen sind Forschungsprogramme entstanden, die nicht primär den kriminellen Täter, sondern die Institutionen der Justiz und Strafverfolgungsbehörden im Blick haben. Die Methoden sind dabei vielfältig, mitunter wird der Kriminologie gar theoretischer Eklektizismus vorgeworfen. In seiner Dissertation „Diskurs und Kriminalität“ schickt sich Tobias Singelnstein nun an, den Methodenkanon der Kriminologie um eine Methode zu erweitern, die in dieser Disziplin bisher wenig erprobt ist: Die Diskursanalyse im Anschluss an Michel Foucault.



Ruhrgebiet: Keine Metropole. Jürgen Link über Kultur und Widerstand

10. Juni 2010 | Von | Kategorie: Politik & Gesellschaft
Jürgen Link, geb. 1940, lehrte 25 Jahre als Professor für Literaturwissenschaft in Bochum und Dortmund. Seine Normalismustheorie gilt als eine der zentralen Weiterentwicklungen der Diskursanalyse im Anschluss an Michel Foucault. Link engagierte sich sowohl in Paris als auch im Ruhrgebiet in der 68er-Bewegung. Er ist Herausgeber der Zeitschrift „KultuRRevolution“ und Romanautor. Am 15. Juni kehrt er an die Ruhr-Uni zurück, und zwar für eine Doppellesung unter dem Motto „Kulturhauptstadt auf eigene Faust“. Die bsz sprach mit Jürgen Link über das Ruhrgebiet, die Kultur und den Widerstand.

Das Ruhrgebiet soll eine Metropole werden, und die Kulturhauptstadt Ruhr.2010 ist ein Vehikel dafür. Das Jahr 2010 ist jetzt zur Hälfte vorbei – ist dieses großangelegte Projekt gerade dabei zu scheitern?



Kolumne: So ein Theater

2. April 2010 | Von | Kategorie: Kultur

Es gibt keine Krise, von der man nicht profitieren könnte. Griechenland soll doch seine Inseln verkaufen – das haben der Vorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung Josef Schlarmann und der FDP-Finanzpolitiker Frank Schäffler unisono gefordert. Die Bildzeitung sekundiert in gewohnt großen Lettern: „Verkauft doch eure Inseln, ihr Pleite-Griechen – und die Akropolis gleich mit!“ Etwas kleiner ist zu lesen: „Ihr kriegt Kohle. Wir kriegen Korfu.“ Die WAZ geht auf ihrem Internetportal noch einen Schritt weiter und veröffentlicht eine Diashow: „Elf Inseln, die wir den Griechen jederzeit abkaufen würden.“ Auch hier dabei: Korfu, Kreta, Ithaka – ist ja auch gerade mal 65 Jahre her, dass Deutsche dort das Sagen hatten, und nebenbei 130.000 GriechInnen ermordeten oder verschleppten.



Interview: 1 Jahr NS-Zeitungen an deutschen Kiosken

23. Dezember 2009 | Von | Kategorie: Politik & Gesellschaft

Erschienen im DISS-Journal Nr. 18 (2009). Das Heft als pdf-Datei.

Darf man das? Seit der britische Verleger Peter McGee unter dem Titel “Zeitungszeugen” in Deutschland Reprints von Zeitungen aus der Zeit des Nationalsozialismus verkauft, ist eine neue Debatte über den Umgang mit NS-Quellen entbrannt. Nach einem knappen Jahr voller Auseinandersetzungen, mehreren Gerichtsprozessen, und über 40 veröffentlichten Ausgaben ist es Zeit für ein erstes Fazit. Der Dortmunder Medienwissenschaftler Prof. Dr. Horst Pöttker ist wissenschaftlicher Berater des Zeitungszeugen-Projekts. Im DISS-Journal spricht er über publizistische Verantwortung, über das Verhältnis von Wissenschaftlichkeit und Kommerz und über die Frage, ob man NS-Geschichte „erlebbar“ machen sollte. Das Interview führte Rolf van Raden.



Amok-Diskurse: Deutungshoheit über das Unerklärbare

22. Dezember 2009 | Von | Kategorie: Politik & Gesellschaft

Erschienen im DISS-Journal Nr. 18 (2009). Das Heft als pdf-Datei.

„Familien gegen Killerspiele“ – unter diesem Motto wollte das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden im Oktober 2009 Computerspiele einsammeln und anschließend vernichten. Das Angebot wurde zwar kaum angenommen, sicherte jedoch bundesweite Aufmerksamkeit für das Anliegen der Elterninitiative: Die gesellschaftliche Ächtung von so genannten Killerspielen. Das Verbot von Spielen, die das Töten von Menschen realitätsnah simulieren, ist ebenfalls eine von 83 Empfehlungen des vom Land Baden-Württemberg eingesetzten Expertenkreises Amok – und wahrscheinlich die in der Öffentlichkeit am meisten diskutierte. Welche politisch-sozialen Konsequenzen nach einer Gewalttat gefordert werden, das ist die eine Sache. Die andere ist, wer sich aus welcher Position heraus zum Thema äußert. Geht es um eine Bewertung der längerfristigen gesellschaftlichen Folgen von Amok-Debatten, sollte beides im Blickfeld stehen.



Kolumne: SPD multimedial

3. August 2009 | Von | Kategorie: Politik & Gesellschaft

„Was wir Ihnen heute präsentieren wollen, ist ein ganz neues Medium, mit dem wir Wahlkampf machen wollen“, erklärt Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz. Trommelwirbel, die Spannung steigt. Wer hatte da nochmal vorschnell behauptet, der Krieg sei der Vater aller Dinge? Spätestens jetzt steht ohne Zweifel fest: Der wirkliche Innovationsmotor der Menschheit ist der Kommunalwahlkampf. Wo, wenn nicht hier, im Gefecht um die heiß ersehnten Plätze im großen Sitzungssaal des Rathauses, treffen rhetorisch perfekt geschulte Titanen aufeinander, vor denen selbst Aristoteles und Platon vor Neid erbleichen würden?



Kolumne: Bingbingbing… blamiert!

12. Juni 2009 | Von | Kategorie: Politik & Gesellschaft

80 bis 100 Millionen US-Dollar will der Software-Riese Microsoft in Werbemaßnahmen investieren, um seine neue Suchmaschine Bing für Interntet-NutzerInnen attraktiv erscheinen zu lassen. Ob das reicht? Der groß angelegte Angriff des Betriebssystem-Marktbeherrschers auf die Datenkrake Google hätte der Auftakt für einen Aufsehen erregenden Kampf zwischen zwei Unsympathen werden können. Doch wer sich auf eine spektakuläre Schlacht mindestens auf dem Niveau des B-Movie-Klassikers „Frankensteins Monster jagen Godzillas Sohn“ (Japan, 1967) gefreut hat, wird bitter enttäuscht.



GfM veröffentlicht Abstracts zu “Was wissen Medien?”

3. März 2009 | Von | Kategorie: Hochschule

Die Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) hat die Extended Abstracts ihrer Jahrestagung “Was wissen Medien?” online gestellt. Die Veranstaltung fand vom 2. bis 4. Oktober 2008 an der Ruhr-Universität Bochum statt. Alle Abstracts finden sich hier. Unter anderem dabei ist auch mein Beitrag zum Panel “Der Verdacht der Medien”: “Medium und Massenmord. Der Fall Ernst Wagner“.



“Völkischer Beobachter” wieder am Kiosk erhältlich

28. Januar 2009 | Von | Kategorie: Politik & Gesellschaft

Zeitgeistzeugen. Erschienen in bsz Nr. 773.

ZuschauerInnen des Privatfernsehens haben die „Zeitungszeugen“ durch den donnernden Werbespot mit der tiefen Männerstimme kennengelernt. Jetzt kommt Publizität für das Projekt ganz kostenlos: Die bayrische Landesregierung lässt die Ausgaben, denen ein Nachdruck des „Völkischen Beobachters“ beiliegt, beschlagnahmen. An dem Zeitungsprojekt beteiligt sind auch der emeritierte Bochumer Historiker Hans Mommsen und der Dortmunder Journalistik-Professor Horst Pöttker. Trotz der Aufregung um die Konfiszierung der Ausgaben fehlt bisher eine Debatte über die fragwürdige historische Perspektive der „Zeitungszeugen“-HerausgeberInnen.