Archiv für Juni 2010

Rezension: Diskurs und Kriminalität

23. Juni 2010 | Von | Kategorie: Hochschule

Erschienen im DISS-Journal Nr. 19 (2010). Das Heft als pdf-Datei.

Wer über Kriminalität spricht, sollte über Prozesse der Kriminalisierung sprechen – diese konstruktivistische Perspektive machen kritische Kriminologinnen seit dem Ende der 1960er Jahre stark. Dabei stoßen sie nicht immer auf Gegenliebe. Gleichwohl ist die Vorstellung, dass Kriminalität nicht etwa per se existiert, sondern durch ein komplexes Netz von gesellschaftlichen Zuschreibungs- und Aushandlungsprozessen erst entsteht, heute in weiten Teilen der Kriminologie akzeptiert. In Folge dessen sind Forschungsprogramme entstanden, die nicht primär den kriminellen Täter, sondern die Institutionen der Justiz und Strafverfolgungsbehörden im Blick haben. Die Methoden sind dabei vielfältig, mitunter wird der Kriminologie gar theoretischer Eklektizismus vorgeworfen. In seiner Dissertation „Diskurs und Kriminalität“ schickt sich Tobias Singelnstein nun an, den Methodenkanon der Kriminologie um eine Methode zu erweitern, die in dieser Disziplin bisher wenig erprobt ist: Die Diskursanalyse im Anschluss an Michel Foucault.



Ruhrgebiet: Keine Metropole. Jürgen Link über Kultur und Widerstand

10. Juni 2010 | Von | Kategorie: Politik & Gesellschaft
Jürgen Link, geb. 1940, lehrte 25 Jahre als Professor für Literaturwissenschaft in Bochum und Dortmund. Seine Normalismustheorie gilt als eine der zentralen Weiterentwicklungen der Diskursanalyse im Anschluss an Michel Foucault. Link engagierte sich sowohl in Paris als auch im Ruhrgebiet in der 68er-Bewegung. Er ist Herausgeber der Zeitschrift „KultuRRevolution“ und Romanautor. Am 15. Juni kehrt er an die Ruhr-Uni zurück, und zwar für eine Doppellesung unter dem Motto „Kulturhauptstadt auf eigene Faust“. Die bsz sprach mit Jürgen Link über das Ruhrgebiet, die Kultur und den Widerstand.

Das Ruhrgebiet soll eine Metropole werden, und die Kulturhauptstadt Ruhr.2010 ist ein Vehikel dafür. Das Jahr 2010 ist jetzt zur Hälfte vorbei – ist dieses großangelegte Projekt gerade dabei zu scheitern?