USA: Günstig unterwegs
11. März 2006 | Von admin | Kategorie: ReiseTipps und Tricks für preiswertes Reisen. Von Rolf van Raden
Eine Reise durch die USA muss nicht unbezahlbar sein: Mit den richtigen Tipps und Tricks können die Vereinigten Staaten zu einem Preis bereist werden, den andere für ihren Sommerurlaub in Sylt bezahlen. Auch der anhaltend günstige Dollarkurs macht ein solches Unterfangen möglich. Wie man am günstigsten durch die USA reist, das erfahren Sie in diesem Artikel.
Economy-Flugtickets an die Ostküste sind zuweilen für deutlich unter 400 Euro zu haben, wenn man zeitlich etwas flexibel ist, mit Umsteigeverbindungen leben kann und sich rechtzeitig nach Angeboten umschaut. Für einen ersten Überblick über die gegenwärtige Preissituation empiehlt der eprechende Thraed des Forums usa-reise.de, wo die Mitglieder seit 2002 jeweils die von ihnen bezahlten Preise für ihre Flüge veröffentlichen. Eigene Recherchen beginnt man am besten bei einer Meta-Suchmaschine wie kayak.com. Die Ergebnisse sollten dann mit den Preisen im lokalen Lieblings-Reisebüro verglichen werden. Manchmal finden sich auch gute Sonderkonditionen direkt auf den Homepages der Airlines. Hier waren eine Zeit lang besonders die “Fliegenpreis-Aktionen” von Condor zu nennen, bei denen es an bestimmten Tagen jeweils sehr kleine Kontingente mit Flügen zum Preis von 99 Euro pro Strecke gab – je nach Aktion entweder inklusive aller Steuern und Gebühren oder zuzüglich Treibstoffzuschlag und Buchungsgebühr. Derzeit bietet Condor den 99-Euro-Tarif nicht mehr an, und aufpassen: Außerhalb dieser Aktionen sind die Condor-Preise häufig deutlich höher als die günstigste Konkurrenz. Wer ganz kurzfristig los will, sollte einen Blick in die “Super Last Minute”-Angebote von Ltur werfen. Hier gibt es ab und zu günstige sehr Flüge an die Ostküste, die innerhalb von 72 Stunden nach Buchung starten.
Verkehrsmittel-Tips
Das Flugzeug ist in den USA zwar das verbreiteste Fortbewegungsmittel für längere Strecken. Aber die Einstiegspreise der Low-Cost-Airlines sind im Vergleich zu europäschen Billig-Fliegern (Ryanair, Easyjet, Germanwings, HLX) verhältnismäßig teuer.
Am preiswertesten ist für längere Trips ist der Bus: Ein Greyhound Discovery Pass kostet je nach Gültigkeitsdauer zwischen 9 Euro (60 Tage) und 35 Euro (sieben Tage) pro Tag. (Stand: Winter 2006/2007) Das Ticket ist auch in Canada gültig, außerdem kann man bisin einige Mexikanische Städte reisen. Mit dem Bus ist also auch jede größere Stadt in den USA zu erreichen. Außen vor bleiben jedoch viele ländliche Regionen und die National Parks. Außerdem muss immer in den Städten übernachtet werden, was teurer ist als die Übernachtung in Motels etwas außerhalb. Wichtig: Der Discovery Pass muss außerhalb der USA und von Kanada gekauft werden, weil er vor Ort nicht erhältlich ist.
Ein großes Stück chaotischer, aber günstiger als Einzelfahrkarten für den Greyhound-Bus sind Reisen mit den sogenannten Drachen-Bussen: Chinesische Busunternehmen haben sich vom Insider-Tip zum alternativ-trendigen Low-Cost-Fortbewegungsmittel entwickelt. Wer auch in klapprige ältere Busse einsteigt und z.B. auf den Strecken zwischen New York und Washington DC, Philadelphia, Norfolk (VA), Richmont (VA) oder Atlanta unterwegs ist, kann hier einiges sparen. Die Busse fahren von Chinatown zu Chinatown, und wer sich einer Haltestelle nähert, wird zumindest in New York unweigerlich von Ticket-VerkäuferInnen umlagert. Routen-Informationen über einige dieser chinesischen Unternehmen gibt es hier. Tickets sollten aber immer vor Ort gekauft werden, weil das billiger ist und auch der Online-Kauf keinerlei Platzgarantie beinhaltet.
Ein Mietwagen dagegen sollte immer schon von Deutschland aus gebucht werden, da dies billiger kommt: Die Anbieter in Deutschland bieten in der Regel Preise inkl. allen nötigen Versicherungen an, wäherend diese bei der Buchung vor Ort sehr teuer werden können. Mietwagen sind in Florida sind besonders günstig, in New York besonders teuer. Wer in New York ankommt und aufs Budget achten muss, sollte das Mieten eines Autos in New Jersey (z.B. Newark Airport) oder in den größeren Nachbarstädten (z.B. Philadelphia) in Erwägung ziehen. Eine erste gute Übersicht über preiswerte Mietwagen-Angebote bietet die Meta-Suchmaschiene von billiger-mietwagen.de.
Übernachtungs-Tipps
Wer mit dem Auto unterwegs ist, findet in Motels die preiswertesten Übernachtungsmöglichkeiten am Rande der Highways und in den Ein- und Ausfallsstraßen der Städte. Um die günstigsten Preise zu bekommen, muss man in der Regel nicht vorreservieren, sondern vorbeifahren, nach Preisen fragen und verhandeln. Gute Angebote und billige Preise sind in den Coupon-Heften zu finden, die man unbedingt in Tourist-Infos und Welcome-Centers an den Interstates und in Fastfood-Fillialen mitnehmen sollte. (Coupon-Preise sind dann aber zumeist nicht mehr verhandelbar.) Die dort aufgeführten rabattierten Räume sind zwar begrenzt und deswegen bei später Ankunft häufig schon ausgebucht, aber dennoch kann man regelmäßig Schnäppchen machen. In den Online-Angeboten der Coupon-Hefte (z.B. roomsaver.com) finden sich nicht alle Angebote der Print-Ausgaben. Die Preise, die wir 2004 während eines zweimonatigen coast-to-coast-Trips bezahlt haben, finden sich im Reise-Protokoll. Alle dort angegebenen Preise beziehen sich auf drei Personen und Räume mit zwei Betten. Wer zu zweit reist, kann hier und da noch preiswertere Zimmer (dann nur mit einem Doppelbett) ergattern.
Alles in allem gilt: Motels in den USA sind wesentlich billiger als vergleichbare Übernachtungs-Zimmer in Deutschland. Deswegen lohnt sich das Einchecken in Jugendherbergen und Hostels nur in bestimmten Fällen: Wenn man alleine reist, ist das Hostel häufig die preiswertere Lösung (im Hostel wird pro Bett bezahlt, im Motel pro Raum). Wer ohne Auto unterwegs ist, hat häufig keine Möglichkeit, die etwas außerhalb gelegenen Motels zu erreichen. Außerdem sind Hostels eine Alternative für alle, die sehr viel wert auf Kontakt mit anderen internationalen Reisenden legen und dafür gerne auf Motel-Komfort verzichten. Einen Überblick über Preise und Angebote bieten Buchungsportale wie hostels.com, wo auch einige YMCA-Herbergen gelistet sind – und das manchmal deutlich günstiger als bei den YMCAs direkt.
Übernachtungen in New York City sind besonders teuer: Es gibt es kaum günstige Motels und selbst für Jugendherbergen und Hostels zahlt man häufig mehr als 30 Dollar pro Nacht und Person im 10-Bett-Zimmer. Eine günstigere Alternative kann neben vorrausgebuchten YMCAs die Übernachtung in Jersey City sein, von wo man Manhatten mit dem P.A.T.H.-Train in wenigen Minutern ereicht.
Wer nicht in Hostels oder YMCAs übernachten möchte, sondern Hotelcomfort bevorzugt, kann sein bzw. ihr Glück bei Priceline versuchen, wo man einen bestimmten Preis für ein Hotel in einer bestimmten Region bietet und erst nach der Buchung erfährt, in welchem Hotel man landet. Wer sich informiert und geschickt mit der Seite umzugehen weiß, kann über dieses Portal mehr als 50 Prozent der regulären Hotelpreise sparen. Der absolute Geheimtipp war lange Zeit das sehr noble Hyatt Regency Hotel in Jersey City, welches man mit etwas Glück für 37 Dollar (für 2 Personen) ergattern konnte. Auch wenn diese totalen Dumping-Zeiten vorbei sind, lohnt das Buchen über Priceline noch immer. Wie es funktioniert und worauf man achten muss, lässt sich beim intensiven Studium von betterbidding.com und biddingfortravel.com herausfinden.
Es geht noch günstiger: Wer tolerant ist, andere Leute kennenlernen möchte und vielleicht auch mal jemanden bei sich Zuhause aufnehmen kann, der hat im Hospitality Club sogar die Möglichkeit, an vielen Orten ganz kostenlos unterzukommen.
Camping ist am günstigsten auf den Plätzen in den National- und Stateparks. Die Plätze sollten in beliebten Parks und in der Hauptreisezeit unbedingt rechtzeitig im Internet reserviert werden. Vor Ort kann man aber auch Glück haben, wenn reservierte Plätze kurzfristig storniert wurden. Weitere Informationen gibt es bei reserveamerica.com.
